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Letztens konnte ich mir in Berlin noch ein wenig Zeit einräumen, um die Fotogalerie C/O Berlin zu besuchen.
Die Ausstellung Träum Weiter – Berlin, die 90er hatte mich schon im Vorfeld neugierig gemacht, und ich wollte die Gelegenheit nicht verpassen, diese außergewöhnliche Zeitreise durch die fotografischen Arbeiten der OSTKREUZ-Agentur zu erleben.
Ich war schon viele Male in Berlin und habe selbst erfahren, wie sich die Stadt in den letzten Jahrzehnten verändert hat. Vom rauen, improvisierten Charme der 90er bis hin zur heutigen internationalen Metropole – Berlin hat unzählige Facetten, und jede Reise dorthin fühlt sich ein wenig anders an. Deshalb war ich gespannt darauf, in der Ausstellung die visuellen Zeugnisse dieser bewegenden Zeit zu entdecken.

Über die Galerie und den Verlag
Die Fotogalerie C/O Berlin ist bekannt für ihre sorgfältig kuratierten Ausstellungen, die sich oft mit gesellschaftlich relevanten Themen auseinandersetzen. In Zusammenarbeit mit dem Verlag Spector Books wurde die Ausstellung von Annette Hauschild und Boaz Levin kuratiert und durch eine begleitende Publikation ergänzt. OSTKREUZ, die renommierte Fotoagentur, wurde 1990 im Herzen dieses dynamischen Umbruchs in Ost-Berlin gegründet. Die Galerie selbst ist ein wunderschöner Ort, der schon beim Betreten eine besondere Atmosphäre ausstrahlt – eine perfekte Bühne für die Geschichten, die hier durch die Fotografien erzählt werden.



Die Ausstellung und ihre Highlights
Die Ausstellung zeigt Arbeiten von neun OSTKREUZ-Mitgliedern, darunter die Co-Gründerinnen Sibylle Bergemann und Ute Mahler, sowie weitere namhafte Fotograf*innen wie Harald Hauswald und Maurice Weiss. Besonders beeindruckend fand ich die Vielseitigkeit der gezeigten Werke: Sie reichen von Momentaufnahmen der Subkultur bis hin zu eindringlichen Porträts des Alltags im Berlin der 90er Jahre.




Diese Fotografien geben dir einen tiefen Einblick in eine Stadt im Wandel. Nach dem Fall der Mauer 1989 befand sich Berlin in einem einzigartigen Zwischenstadium – ein Transitraum zwischen Vergangenheit und Zukunft. Aufbruchsstimmung und Verlustängste lagen nah beieinander, und genau diese Ambivalenz spiegelt sich in den Bildern wider. Die Ausstellung fängt die Energie dieser Zeit perfekt ein: von improvisierten Zwischennutzungen bis hin zu ersten Anzeichen der Stadtentwicklung, die Berlin zur heutigen Metropole gemacht haben.

Meine Eindrücke zur Ausstellung
Ich fand die Ausstellung äußerst spannend, vor allem weil sie eine Zeit dokumentiert, die zwar vergangen ist, aber gefühlt noch so nah liegt. Für mich war es besonders eindrucksvoll zu sehen, wie die Potenziale und Utopien dieser Ära noch immer das Bild Berlins prägen. Es ist, als ob diese Fotografien nicht nur ein visuelles, sondern auch ein emotionales Zeugnis dieser Dekade sind.
Allerdings war die Ausstellung sehr gut besucht, was das Erlebnis ein wenig getrübt hat. Es war schwierig, sich in Ruhe die Werke anzusehen oder die begleitenden Texte zu lesen, ohne ständig im Gedränge zu stehen. Trotzdem hat sich der Besuch gelohnt, denn die Bilder erzählen Geschichten, die man so schnell nicht vergisst.



Anreise und Empfehlung
Die Fotogalerie C/O Berlin befindet sich zentral in der Hardenbergstraße und ist sowohl mit öffentlichen Verkehrsmitteln als auch zu Fuß gut erreichbar. Für einen Besuch empfehle ich dir, möglichst früh zu kommen, um die Ausstellung in einer ruhigeren Atmosphäre zu erleben.


Wenn du dich für Fotografie, Geschichte oder einfach für die faszinierenden Geschichten einer Stadt im Wandel interessierst, ist diese Ausstellung ein Muss. Träum Weiter – Berlin, die 90er zeigt nicht nur Bilder, sondern bietet einen Zugang zu einer Zeit, die Berlin geprägt hat und die auch heute noch in den Köpfen vieler Menschen lebendig ist.
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